TUS Rüsselsheim

Turn- und Sportvereinigung 1906 e.V. Rüsselsheim

2000 - 2005

Das neue Jahrtausend begann für die TUS gleich mit einem Jubiläum: Die Handballabteilung feierte im Jahre 2000 unter der Schirmherrschaft des damals neu gewählten Oberbürgermeisters Stefan Gieltowski ihr 75-jähriges Bestehen.

Höhepunkte der Feierlichkeiten waren am 12. August ein Kinderfest auf dem Sportplatz sowie abends ein Live-Konzert der Rüsselsheimer Band „The Shadows of Elvis“. Ein tolles Ereignis war auch am 21. Oktober der lockere Jubiläumsball mit Ehrungen im Festungskeller der Stadt.

2001 wird innerhalb der Turn- und Sportvereinigung die Tanzsportabteilung gegründet. Bei den Handballern wird im Frühjahr 2004 ein überraschender Schritt vollzogen, der auf lokaler Ebene durchaus für einiges Aufsehen sorgte, dabei aber überwiegend auf Zustimmung stieß: Im Aktivenbereich schließt sich die TUS mit dem alten Konkurrenten SKG Bauschheim zu einer Männerspielgemeinschaft (MSG) zusammen. Die erste gemeinsame Saison in der Bezirksoberliga gestaltet sich für die MSG TUS Rüsselsheim/SKG Bauschheim auf dem Spielfeld nicht einfach, doch nach Trainerwechsel und einem geglückten Endspurt schließt die Mannschaft die Saison noch als Tabellenzehnter ab.

2004 wurde auch endlich gut, was lange währte: Die für den Sportbetrieb noch nie benötigte Teilfläche unseres Geländes (in der Ecke am äußeren linken Rand, direkt neben dem Försterhaus), die nach langwierigen Verhandlungen mit Nachbarn und Stadt in Bauland umgewidmet wurde, konnte verkauft werden. Gemäß Beschluss der Mitgliederversammlung darf der Kaufpreiserlös keinesfalls in den Sportbetrieb fließen. Vielmehr soll er vorerst für dringend nötige Investitionen (Vereinslokal u.s.w.) angelegt werden.

Besondere Ehre für einen eingefleischten TUS-ler: Horst Maybach, mehr als 30 Jahre als erfolgreicher Jugendtrainer bei den Handballern tätig, wurde für seine Verdienste mit dem Sportbundpreis 2004 ausgezeichnet.

Im Juni 2005 bekommt die TUS mit Detlev Esser einen neuen 1. Vorsitzenden. Nach zwölf verdienstvollen Jahren an der Vereinsspitze kandidierte sein Vorgänger Heinz Seipel bei der Jahreshauptversammlung nicht mehr.

1990 - 1999

Eggert Badenius, gleichzeitig auch Leiter der Turnabteilung, wurde im April 1991 zum neuen 1. Vorsitzenden der TUS gewählt. Wenig später, am 1. Mai 1991, ging ein seit langem bestehender Wunsch vieler Mitglieder in Erfüllung: Der Biergarten wurde eingeweiht; fortan konnte also an lauen Sommerabenden „das Schöppchen am Keglerheim unter freiem Himmel gepetzt werden“.

Einige Turbulenzen hatte die TUS in den Jahren 1992 und 1993 zu verkraften. Bedingt durch den erfolgten Neu- und Umbau der Duschen, Umkleideräume und Sanitäranlagen waren die Verbindlichkeiten des Vereins auf mehr als 420.000 DM angewachsen.

Auf den ersten Blick sicherlich ein recht hoher Betrag, doch angesichts des vorhandenen Grundbesitzes mit eigenem Vereinsheim war man noch weit von einer Überschuldung entfernt. Dem Vorstand gefiel diese Entwicklung jedoch nicht. Er führte Gespräche mit der Stadt, wollte einen Teil des  Sportgeländes verkaufen. Die Stadt unterbreitete der TUS ein Millionen-Angebot für eine Teilfläche von ca. 17.000 qm.

Der damalige Vorstand votierte mehrheitlich für die Annahme dieses Angebotes, wollte mit dem Verkaufserlös einerseits die Schulden ablösen, andererseits aber auch in die einzelnen Sportabteilungen investieren. Zwei außerordentliche Mitgliederversammlungen lehnten dieses Ansinnen jedoch mit deutlicher Mehrheit ab, weshalb Eggert Badenius sein Amt als 1. Vorsitzender umgehend zur Verfügung stellte. Auch der seit 1979 als Schatzmeister tätige Fritz Bloedow trat zurück.

Die TUS stand urplötzlich ohne Führung da. Doch mit Gunter Müller übernahm ein stets rühriges Vereinsmitglied die Initiative: Er startete das Aktionsprogramm „Rettet die TUS“. Schon zwei Tage nach dem Rücktritt der Führung trafen sich einige Mitglieder zu ersten Gesprächen, viele erklärten sich zur Mitarbeit und künftigen Übernahme von Vorstandsämtern bereit. Ein Sanierungsprogramm wurde erarbeitet und in der Jahreshauptversammlung am 2. April 1993 mit Heinz Seipel ein neuer Vorsitzender gewählt. Frischer Elan und neue Ideen bei der TUS waren in der Folge offenkundig.

Im Juni 1993 wurde von 18 Wanderfreunden die Wanderabteilung der TUS gegründet. Mit einem Disco-Abend, einem Kindernachmittag, einer akademischen Feier, einem Bunten Abend mit der „Manhattan Showband“ sowie einem Frühschoppen feiert die TUS vom 5. bis 7. Juli 1996 im Festzelt auf ihrem Sportgelände das 90-jährige Jubiläum. Nach 91 Jahren ihres Bestehens durfte die TUS ein Jahr später erstmals den Weltmeistertitel eines Vereinsmitgliedes bejubeln: Kegler Stefan Beck sicherte sich bei den JuniorenWeltmeisterschaften in Trebishov (Slowakei) mit tollen 985 Holz den Einzeltitel. Als „König von Trebishov“ feierte der Deutsche Keglerbund den TUS-Sportler in einer Pressemitteilung, nachdem dieser auch noch in der Kombiwertung die Nase vorne hatte. Trotz der tollen Erfolge auf internationaler Ebene und der nachfolgenden Abwerbeversuche diverser Bundesligisten, blieb Stefan Beck den TUS-Keglern zunächst weiter treu, ehe er später zum Bundesligisten Olympia Mörfelden wechselte.